Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz 2.0. Methodensteckbrief: Monitor- und Sonderbefragung.
Published:
Künstliche Intelligenz (KI) gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Bereits heute durchdringt sie viele Funktionsbereiche moderner Gesellschaften und findet – mal mehr, mal weniger offensichtlich – Einzug in staatliche Institutionen, privatwirtschaftliche Unternehmen, öffentliche Kommunikation aber auch das Pri- vatleben vieler Bürger*innen. Wie jede technische Entwicklung ist auch KI nicht aus- schließlich nützlich, sondern mit diversen Risiken versehen, die eine Reihe ethi- scher, rechtlicher und sozialer Fragen aufwerfen. Solche Fragen zeigen, dass eine sozial-, umwelt- und demokratieverträgliche KI-Entwicklung keine Selbstverständlichkeit ist. Sowohl die Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung (Die Bundesregierung, 2018) als auch das Whitepaper on Artificial Intelligence der Euro- päischen Kommission (Europäische Kommission, 2020) geben allerdings das Ver- sprechen ab, dass die Prinzipien im Blick bleiben und berücksichtigt werden. Offenkundig wäre es illusorisch anzunehmen, dass die großen Tech-Konzerne, in denen intelligente Technologien entwickelt und die Grundlagen für deren Einsatz, Stichwort Big Data, geschaffen werden, sich von alleine beschneiden und selbst regulieren werden, wenn dies Profitaussichten schmälern würde. Genauso verfehlt wäre aber die Erwartung, dass der Staat seine hehren Ziele gegenüber diesen mächtigen Unternehmen von sich aus durchsetzen wird, weil sie in diversen Plänen oder Stra- tegiepapieren stehen. Nur wenn die Bürger:innen, nicht zuletzt in ihrer Funktion als Wähler:innen, und eine wachsame Zivilgesellschaft dies aktiv einfordern, wird sich diese mächtige Technologie in sozial- und demokratieverträgliche Bahnen lenkenlassen. Die Artikulation solcher Forderungen in der demokratischen Öffentlichkeit ist für eine Politisierung des Themas grundlegend erforderlich. Wir brauchen also einen breiten, öffentlichen, demokratischen Dialog darüber, was wir von KI erwarten, was KI für uns tun soll und was KI unter keinen Umständen tun darf. Als Produkt der Diskussion steht eine Übereinkunft über einen angemessenen Einsatz von KI in einer freien und offenen Gesellschaft sowie die Rahmenbedingungen für eine Techno- logiegestaltung, durch die unsere europäischen Werte nicht verletzt werden. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt MeMo:KI das Ziel, die Strukturen und Inhalte der öffentlichen Debatte und Meinungsbildung kontinuierlich zu beobachten. Es schließt unmittelbar an das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft geförderte Vorgängerprojekt an, welches von Mai 2020 bis April 2021 bereits die öffentliche Meinung zum Thema KI untersucht hat. Überschneidungen zum Methodensteckbrief des Pilotprojekts (Došenović et al., 2021) ergeben sich durch die teilweise Fortschreibung der Erhebung.
